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15. September 2020

Monophosphan in der Venus-Atmosphäre nachgewiesen

Phosphin/Venus
Beitragsbild von: ESO/M. Kornmesser/L. Calçada & NASA/JPL/Caltech

Durch den Nachweis der Verbindung aus einem Phosphor- und drei Wasserstoff-Atomen (PH3) gehen Forscher davon aus dass in der Wolkendecke des Planeten Venus bisher unentdeckte chemische Reaktionen stattfinden. Diese könnten auf bisher unbekannte biologische Prozesse und mögliche Mikroorganismen hinweisen.

Kleine grüne Männchen?

Der am gestrigen Tag in einer Pressekonferenz vorgestellte Fund stellt allerdings keine Bestätigung für Leben auf der Venus dar, wie Ko-Autorin Sara Seager vom Massachusetts Institute of Technology (MIT) anmerkte.

Zitat: Wir behaupten nicht, dass wir Leben auf der Venus gefunden haben

Sara Seager (MIT)

Man habe lediglich das Gas Monophosphan (auch: Phosphin) nachweisen können, ohne aber dessen Herkunft zu kennen. Dies stellt allerdings eine beachtliche Entdeckung dar welche weitere Einblicke in die Zusammensetzung des Planeten ermöglichen kann.

Auf zur Venus!

Muss Elon Musk nun umdenken und priorisiert eher die womögliche Erstbesiedlung der Venus anstelle des bisher favorisierten Mars?

Wohl eher nicht. Auf der Venus sind bisher keine Wasseransammlungen in flüssiger Form nachgewiesen worden. Stattdessen gibt es auf dem erdähnlichen Planeten Oberflächentemperaturen von Rund 400 Grad Celsius und einem Druck von 92 bar. Das entspricht in etwa dem Druck bei 900 Meter Meerestiefe auf der Erde. Zusätzlich ist die Oberfläche von Vulkanen überzogen welche teilweise gigantische Ausmaße besitzen. Der 8000 Meter hohe Maat Mons zum Beispiel. Alternativ dazu wäre auch der Theia Mons mit seinem Basisdurchmesser von 700 Kilometern eine eher ungemütliche Besiedlungszone.

Als habitable Zone für einen Erdenbürger ist diese Umgebung also eher ungeeignet.

Warum dann also die Aufregung?

Der Nachweis von biologischen Strukturen kann den Forschern einen weiteren Ansatzpunkt geben um zu verstehen Warum sich Venus und Erde, obgleich der strukturellen Ähnlichkeiten doch so unterscheiden.

Die geplanten Venus-Missionen von Russland und Indien könnten an diesem Punkt ansetzen und weitere spannende Daten an die Wissenschaftler unseres Planeten übermitteln.

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